Denkst du bei Weinreben auch nur an saftige Trauben oder edle Tropfen? Dann entgeht dir etwas! Während wir uns meist auf die Früchte konzentrieren, versteckt sich im grünen Laub ein echter Schatz. Das Weinblatt ist weit mehr als nur eine „Verpackung“ für Reis beim Griechen – es ist basisch, regional und voller Überraschungen. Warum du öfter mal ins Grüne greifen solltest, erfährst du hier.
Das solltest du wissen über Weinblätter
Das Weinblatt macht sich rar und ist etwas Besonderes. Seine Saison ist kurz und beschränkt sich auf den Frühsommer, genauer gesagt von Mai bis Juli. In dieser Zeit sind die Blätter noch zart genug für die Ernte, haben aber schon ihr volles Aroma entwickelt.
Anders als die allgegenwärtigen Salate ist das Weinblatt eine ungewöhnliche Zutat in der heimischen Küche, mit der du Gäste wunderbar überraschen kannst. Und das Beste: Wenn du Zugang zu ungespritzten Rebstöcken hast, ist es sogar regional verfügbar.
Nährstoffe & Wirkung

Wer auf seine Linie achtet, darf sich freuen: Weinblätter sind extrem leicht und haben nur 30 kcal auf 100 g. Auch der Fettgehalt ist mit 0,4 g verschwindend gering.
Aber das grüne Blatt kann noch mehr:
- Basisch: Perfekt für alle, die ihren Säure-Basen-Haushalt ausgleichen wollen. Das Weinblatt wird als basisch eingestuft.
- Verdauungshelfer: Mit 3,3 g Ballaststoffen pro 100 g ist es ballaststoffreich und tut deinem Darm gut.
- Gesundheit: Dem Weinblatt wird zudem eine blutdrucksenkende Wirkung nachgesagt, was es zu einem herzfreundlichen Lebensmittel macht.
Geschmack & Konsistenz
Frische Weinblätter schmecken leicht säuerlich, herb und zitronig-frisch. Die Konsistenz ist im rohen Zustand fest und faserig. Deshalb gibt es eine wichtige Regel: Das Weinblatt ist nicht roh essbar. Es ist zu zäh und schwer verdaulich. Um es genießen zu können, muss es blanchiert, gekocht oder geschmort werden.
Zubereitung mit Küchengeräten
Auch wenn man Weinblätter meist gefüllt kennt, lieben sie deine Küchengeräte:
- Standmixer: Du kannst blanchierte Weinblätter mit Walnüssen, Knoblauch, Olivenöl und Parmesan zu einem herben, außergewöhnlichen Pesto verarbeiten. Da das Blatt gut kombinierbar ist, passt das super zu Pasta.
- Slow Juicer / Entsafter: Für fortgeschrittene Juicer! Junge, zarte Weinblätter können zusammen mit Äpfeln und Gurke entsaftet werden. Das ergibt einen extremen Chlorophyll-Kick. Aber Vorsicht: Nur kleine Mengen verwenden, da der Geschmack sehr intensiv ist.
- Dörrgerät: Du kannst gewaschene Blätter trocknen und dann mit den Händen zerbröseln. Das Pulver eignet sich als mineralstoffreiches Gewürz für Salze oder Smoothies. Oder du machst daraus einen eigenen Teeaufguss (rotes Weinlaub ist bekannt für die Venengesundheit).
- Heißluftfritteuse: Knusprige Weinblatt-Chips? Einfach die blanchierten und gut getrockneten Blätter mit etwas Öl bepinseln und im Airfryer kross backen. Ein gesunder Snack für den Fernsehabend.
Einkauf & Lagerung
Frische Weinblätter findest du zur Saison auf Wochenmärkten oder in gut sortierten türkischen/griechischen Supermärkten. Achte darauf, dass sie hellgrün und zart sind. Außerhalb der Saison greift man auf die in Salzlake eingelegten Blätter im Glas zurück. Lagerung: Frische Blätter halten sich im Kühlschrank nur wenige Tage. Am besten blanchierst du sie kurz und frierst sie dann stapelweise ein – so hast du das ganze Jahr über Vorrat.
Verwendung in der Küche
Das Weinblatt ist ein Teamplayer. Da es meist nur als Zutat nutzbar ist (z.B. als Hülle), braucht es Partner:
- Gefüllt (Dolmades): Der Klassiker mit Reis, Kräutern, Zwiebeln und viel Zitrone.
- Im Topf: Legst du den Boden deines Schmortopfes mit Weinblättern aus, brennt dein Fleisch oder Gemüse nicht an und bekommt ein tolles Aroma.
- Fisch: Wickle zarten Fisch in ein Weinblatt, bevor du ihn dünstest oder grillst. Das hält ihn saftig.
Fun Facts
- Der Name: Dolmades kommt vom türkischen Wort „dolmak“, was so viel wie „gefüllt sein“ bedeutet.
- Nicht jede Rebe: Zum Essen eignen sich am besten die Blätter der weißen Rebsorten (z.B. Sultana), da die Blätter von roten Trauben oft dicker und zäher sind.
Fazit
Das Weinblatt ist der Hidden Champion des Sommers. Es ist kalorienarm, basisch und regional verfügbar. Zwar ist es nicht roh essbar und erfordert etwas Vorbereitung, aber der Aufwand lohnt sich für den einzigartigen Geschmack und die gesunden Inhaltsstoffe. Trau dich ran an das Grün vom Rebstock!























