Man nennt ihn oft das „deutsche Wasabi“ oder das „Penicillin des Gartens“ – und das völlig zu Recht. Meerrettich ist eine Wurzel mit Charakter. Wer schon einmal frischen Meerrettich gerieben hat, weiß: Er treibt einem die Tränen in die Augen, macht aber gleichzeitig die Nase frei wie kaum etwas anderes. Warum du diese scharfe Wurzel gerade im Winter lieben lernen solltest, erfährst du hier.
Das solltest du wissen über Meerrettich
Meerrettich ist ein klassisches Wintergemüse. Seine Saison startet im Herbst und geht von Oktober bis April. In dieser Zeit sind die Wurzeln prall gefüllt mit ätherischen Ölen.
Während er im Sommer oft nur als Zierde durch seine riesigen Blätter auffällt, liegt die wahre Kraft unter der Erde. Die unscheinbare, bräunliche Wurzel ist extrem robust und lagerfähig, weshalb sie früher in keinem Vorratskeller fehlen durfte.
Nährstoffe & Wirkung

Meerrettich ist Medizin, die schmeckt (wenn man Schärfe mag!). Wie deine Grafik zeigt, gilt er als natürliches Antibiotikum, da die enthaltenen Senföle Bakterien und Viren bekämpfen können. Er stärkt das Immunsystem und ist zudem Vitamin C haltig – eine perfekte Kombi gegen Erkältungen.
Darüber hinaus wirkt die Wurzel entgiftend und verdauungsfördernd, was besonders nach üppigen Wintermahlzeiten hilfreich ist. Auch spannend: Meerrettich fördert Durchblutung, was du oft schon beim Essen als angenehme Wärme spürst.
Geschmack & Konsistenz
Hier gibt es keine Kompromisse: Meerrettich ist sehr scharf. Anders als bei Chili brennt die Schärfe aber nicht auf der Zunge, sondern steigt in die Nase. Die Konsistenz der Wurzel ist hart und faserig. Vorsicht: Beim Reiben werden die Senföle freigesetzt. Das reizt die Schleimhäute stark – tränende Augen und eine laufende Nase sind also fast garantiert (aber auch reinigend!).
Zubereitung mit Küchengeräten
Da Meerrettich sehr hart ist, sind deine Küchenhelfer Gold wert:
- Slow Juicer / Entsafter: Ein Geheimtipp bei anfliegender Erkältung! Gib ein kleines Stück Meerrettich zusammen mit Rote Bete, Apfel und Zitrone in den Slow Juicer. Die Maschine holt den scharfen Saft heraus, ohne dass du weinen musst. Aber Achtung: Nur in Maßen genießen!
- Standmixer: Für den klassischen „Sahnemeerrettich“ oder einen scharfen Dip kannst du geschälten, gewürfelten Meerrettich (am besten schon etwas kleiner geschnitten) mit Sahne, Frischkäse oder veganen Alternativen im Hochleistungsmixer pürieren.
- Heißluftfritteuse: Meerrettich verliert durch Hitze an Schärfe. Du kannst dünne Scheiben in der Heißluftfritteuse trocknen und anschließend zu einem milden, würzigen Pulver mahlen, das du wie Pfeffer verwendest.
- Brotbackautomat: Ein rustikales Bauernbrot oder ein Walnussbrot bekommt durch fein geriebenen Meerrettich im Teig eine unvergleichlich herzhafte Note. Die Hitze im Brotbackautomaten mildert die extreme Schärfe etwas ab.
- Eiswürfelbereiter: Da man oft nur kleine Mengen braucht, ist dies der perfekte Hack: Reibe den Meerrettich auf Vorrat (am besten am offenen Fenster!) und friere kleine Portionen mit etwas Zitronensaft oder Wasser im Eiswürfelbereiter ein. So hast du immer frische Würze für Saucen parat.
Einkauf & Lagerung
Guter Meerrettich muss steinhart sein. Lässt sich die Wurzel biegen oder wirkt sie gummiartig, ist sie alt und hat Aroma verloren. Die Schale sollte unversehrt sein.
Ungewaschen und im Gemüsefach hält sich eine ganze Wurzel wochenlang. Angeschnitten solltest du sie in feuchtes Küchenpapier wickeln, da sie sonst austrocknet.
Verwendung in der Küche
Meerrettich ist der König der kalten Küche und Saucen:
- Klassisch: Zu Tafelspitz (Rindfleisch) oder geräuchertem Fisch wie Lachs und Forelle.
- Vegetarisch: In einem Salat aus Roter Bete oder als Schärfe-Kick im Kartoffelsalat.
- Aufschnitt: Frisch gerieben auf dem Butterbrot – macht wach!
Fun Facts
- Orakel: Früher legte man sich eine Scheibe Meerrettich in den Geldbeutel, damit dieser niemals leer werde.
- Namensherkunft: Der Name hat nichts mit dem Tier "Pferd" (Horse-Radish im Englischen ist wohl ein Übersetzungsfehler) zu tun, sondern kommt vermutlich vom alten Wort "Mähre" (große Stute) im Sinne von "große Wurzel" oder vom slawischen "More" (Meer), da er über das Meer zu uns kam.
- Tränen-Trick: Um beim Reiben weniger zu weinen, hilft es angeblich, durch den Mund zu atmen oder das Fenster weit zu öffnen – eine Taucherbrille hilft aber garantiert!
Fazit
Meerrettich ist einheimisches Superfood pur. Er wirkt als natürliches Antibiotikum, stärkt das Immunsystem und ist verdauungsfördernd. Zwar ist er sehr scharf und reizt Schleimhäute, aber genau das macht ihn so gesund. Ob als "Fire-Shot" aus dem Slow Juicer oder verarbeitet im Standmixer – diese Wurzel bringt dich gesund durch den Winter.

























