Ob als „Blaukraut“ oder „Rotkohl“ – dieser Kohlkopf ist aus der deutschen Küche nicht wegzudenken. Meist kennen wir ihn als weichgekochte Beilage zur Weihnachtsgans, die herrlich nach Nelken und Äpfeln duftet. Doch wer den Kohl nur totgekocht kennt, verpasst was! Er ist ein knackiges Superfood, das gerade im Winter dein Immunsystem auf Hochtouren bringt. Warum du öfter mal zu dem lila Kopf greifen solltest, erfährst du hier.
Das solltest du wissen über Rotkohl
Rotkohl ist ein typisches Lagergemüse, das uns durch die kalte Jahreszeit begleitet. Seine Saison geht von September bis Februar. In dieser Zeit ist er saisonal und regional verfügbar, was ihn zu einer ökologisch sehr sinnvollen Wahl macht.
Je nach Bodenbeschaffenheit und Zubereitung (Säurezugabe) schwankt seine Farbe zwischen Rot und Blau – daher auch die unterschiedlichen Namen in verschiedenen Regionen.
Nährstoffe & Wirkung

Gerade im Winter ist Rotkohl ein Segen für die Gesundheit. Er ist extrem Vitamin-C-reich – oft enthält er sogar mehr von dem Immun-Booster als exotische Früchte. Das stärkt die Abwehrkräfte in der Grippezeit.
Darüber hinaus wirkt er entzündungshemmend und schützt deine Zellen. Ein besonderes Highlight für das Herz-Kreislauf-System: Rotkohl wirkt blutdrucksenkend. Wer auf seinen Säure-Basen-Haushalt achtet, profitiert ebenfalls, denn der Kohl wird im Körper basisch verstoffwechselt.
Geschmack & Konsistenz
Rotkohl schmeckt leicht süßlich, erdig und mild-kohlartig. Roh ist er sehr fest und knackig („Crunchy“), gekocht wird er butterweich.
Ein wichtiger Hinweis aus deiner Übersicht: Rotkohl wirkt blähend roh. Die festen Zellstrukturen sind für den Magen Schwerstarbeit. Wer ihn als Rohkostsalat essen möchte, sollte ihn gut durchkneten (mit Salz/Öl) oder kurz blanchieren, um ihn bekömmlicher zu machen.
Zubereitung mit Küchengeräten
Rotkohl ist robust und lässt sich gut verarbeiten – aber nicht überall:
- Standmixer: Hier warnt deine Grafik zu Recht: Rotkohl ist nicht ideal für Smoothies. Die feste Faserstruktur macht Shakes oft stückig und das kohlige Aroma harmoniert selten mit Früchten. Nutze den Mixer lieber, um gekochten Rotkohl mit etwas Sahne zu einer feinen Cremesuppe zu pürieren.
- Heißluftfritteuse: Rotkohl-Steaks sind ein Trend! Schneide den Kopf in dicke Scheiben, pinsle sie mit Öl, Salz und Kümmel ein und röste sie in der Heißluftfritteuse. Die Ränder werden knusprig, das Innere weich – eine tolle vegetarische Hauptspeise.
- Slow Juicer / Entsafter: Im Gegensatz zum Smoothie funktioniert der reine Saft gut, ist aber sehr intensiv ("Health Shot"). Da Rotkohl Vitamin-C-reich und blutdrucksenkend ist, ist ein kleiner Shot gemischt mit viel süßem Apfel ein Power-Drink.
- Brotbackautomat: Wie wäre es mit einem lila Brot? Ersetze einen Teil des Wassers durch Rotkohlsaft im Brotbackautomaten. Das gibt dem Brot eine irre Farbe und eine leicht herzhafte Note, ohne dass man Kohlstücke schmeckt.
- Eiswürfelbereiter: Hast du Rotkohlsaft übrig oder zu viel Rotkohl gekocht und püriert? Friere es im Eiswürfelbereiter ein. Diese Würfel färben Saucen oder Kartoffelbrei auf natürliche Weise pink ("Prinzessinnen-Püree") und liefern Vitamine.
Einkauf & Lagerung
Ein frischer Kopf muss sich fest und schwer anfühlen. Die äußeren Blätter sollten knackig sein und eine matte Wachsschicht haben.
Rotkohl ist ein Lager-Champion. Im Ganzen hält er sich im kühlen Keller oder Kühlschrank wochenlang. Angeschnitten solltest du die Schnittfläche mit Folie abdecken, damit das Vitamin C nicht verloren geht.
Verwendung in der Küche
- Klassisch: Geschmort mit Äpfeln, Zwiebeln, Lorbeer und einem Schuss Essig (für die rote Farbe).
- Modern: Als "Coleslaw" (Krautsalat) roh mariniert mit Mayonnaise oder Essig-Öl-Dressing – perfekt zu Burgern.
- Fermentiert: Als Sauerkraut-Alternative milchsauer vergoren.
Fun Facts
- Chemie-Kasten: Rotkohlsaft ist ein natürlicher pH-Indikator. Gibst du Säure (Essig/Zitrone) dazu, wird er rot. Gibst du etwas Basisches (Natron/Seife) dazu, wird er blau bis grün.
- Namensstreit: Im Norden heißt er oft Rotkohl, im Süden Blaukraut. Das liegt historisch auch an den Zubereitungsarten: Im Süden kochte man ihn oft alkalisch (blau), im Norden sauer (rot).
- Frostschutz: Die violette Farbe (Anthocyane) schützt die Pflanze auf dem Feld vor starker Sonneneinstrahlung und Frostschäden.
Fazit
Rotkohl ist der König der Wintergemüse: saisonal und regional verfügbar. Er punktet als Vitamin-C-reicher Immunbooster, wirkt entzündungshemmend und blutdrucksenkend. Zwar ist er blähend roh und nicht ideal für Smoothies, aber geschmort oder als knuspriges Steak aus der Heißluftfritteuse ist er ein Genuss, der Farbe auf den Teller bringt.

























