Er spaltet die Nation: Die einen lieben das saure Prickeln, die anderen verziehen das Gesicht. Doch Fakt ist: Wenn der Rhabarber im Laden liegt, ist der Winter endgültig vorbei. Meist landet er im Kuchen oder Kompott und wird wie Obst behandelt, dabei ist er botanisch gesehen ein Gemüse. Warum du die rot-grünen Stangen trotz ihrer Säure lieben solltest und worauf du bei der Zubereitung unbedingt achten musst, erfährst du hier.
Das solltest du wissen über Rhabarber
Rhabarber ist der Inbegriff von Saisonalität. Seine kurze Zeit beginnt im April und endet traditionell am Johannistag (24. Juni). In diesen Monaten ist er regional verfügbar, was ihn zu einem besonders nachhaltigen Genuss macht.
Die Stangen können je nach Sorte grünfleischig (sehr sauer) oder rotfleischig (etwas milder, wie die Sorte "Himbeer-Rhabarber") sein.
Nährstoffe & Wirkung

Rhabarber ist ein Leichtgewicht für die Hüften: Mit nur 13 Kalorien pro 100g ist er extrem kalorienarm. Dafür liefert er ordentlich Inhaltsstoffe: Er ist ballaststoffreich und antioxidantienreich, was deine Zellen schützt.
Dank der Ballaststoffe wirkt er zudem verdauungsfördernd. Aber Vorsicht: Rhabarber hat einen hohen Oxalsäuregehalt. Diese Säure kann den Zahnschmelz angreifen und Kalium binden. Ein Tipp: Kombiniere Rhabarber immer mit Milchprodukten (wie Vanillesauce oder Quark), da das Calcium die Säure neutralisiert.
Geschmack & Konsistenz
Der Geschmack ist unverwechselbar: intensiv sauer-frisch und fruchtig. Die Konsistenz der rohen Stangen ist hart und faserig.
Ein ganz wichtiger Warnhinweis aus deiner Grafik: Rhabarber ist nicht roh verzehrbar! Während manche früher vielleicht an einer rohen Stange mit Zucker geknabbert haben, wird heute dringend davon abgeraten, da die Konzentration der Oxalsäure im rohen Zustand sehr hoch ist und zu Bauchschmerzen führen kann. Gekocht wird er jedoch weich und bekömmlich.
Zubereitung mit Küchengeräten
Deine Küchengeräte helfen dir, die sauren Stangen in süße Träume zu verwandeln:
- Slow Juicer / Entsafter: Laut deiner Übersicht ist Rhabarber gut für Säfte. Da er aber sehr sauer ist und gekocht werden sollte, gibt es einen Trick: Entsafte ihn roh und koche den Saft danach kurz auf oder mische ihn als kleine "Säure-Spritze" in große Mengen süßen Apfel- oder Erdbeersaft. Alternativ: Dampfentsaften (Hitze!) ist hier die sicherere Methode.
- Brotbackautomat: Die Paradedisziplin! Erdbeer-Rhabarber-Marmelade ist der Klassiker schlechthin. Schneide den Rhabarber klein, gib Erdbeeren und Gelierzucker dazu und starte das Marmeladen-Programm ("Jam"). Kein Spritzen, kein Anbrennen.
- Heißluftfritteuse: Rhabarber-Crumble geht blitzschnell im Airfryer. Rhabarberstücke mit etwas Zucker in eine kleine Form geben, Streusel drüber und backen. Der Rhabarber wird weich und zieht Saft, die Streusel werden super knusprig.
- Standmixer: Für ein feines Rhabarber-Mus oder eine Kaltschale kochst du die Stangen erst weich (Wichtig: Kochwasser wegschütten, da ist viel Säure drin!) und pürierst sie dann im Standmixer mit Erdbeeren und Joghurt zu einem himmlischen Shake.
- Eiswürfelbereiter: Koche ein konzentriertes Rhabarber-Kompott oder Sirup und friere es im Eiswürfelbereiter ein. Ein solcher Würfel in einem Glas Sekt oder Mineralwasser ist der perfekte Sommer-Drink ("Rhabarber-Schorle DIY").
Einkauf & Lagerung
Frischer Rhabarber glänzt leicht und die Stangen sind fest. Wenn sie sich biegen lassen wie Gummi, sind sie alt. Die Schnittstellen sollten saftig und nicht ausgetrocknet sein.
Zu Hause wickelst du die Stangen am besten in ein feuchtes Tuch und legst sie ins Gemüsefach. So halten sie sich 2–3 Tage. Rhabarber lässt sich auch hervorragend einfrieren (geschält und kleingeschnitten).
Verwendung in der Küche
- Der Klassiker: Rhabarberkuchen mit Baiserhaube – die Süße des Baisers gleicht die Säure perfekt aus.
- Herzhaft: Wusstest du, dass Rhabarber als Chutney toll zu Käse oder gegrilltem Fleisch passt?
- Dessert: Als Kompott zu Milchreis oder Grießbrei.
Fun Facts
- Giftige Blätter: Iss niemals die Blätter! Sie enthalten eine extrem hohe Dosis Oxalsäure und sind giftig. Nur die Stiele sind essbar.
- Barbaren-Wurzel: Der Name leitet sich vom lateinischen "Rheum rhabarbarum" ab, was so viel wie "fremdländische Wurzel" (der Barbaren) bedeutet, da er ursprünglich aus Asien kam.
- Trick 17: Um den Oxalsäuregehalt zu senken, solltest du Rhabarber immer schälen und blanchieren (das Wasser wegschütten).
Fazit
Rhabarber ist der saure Weckruf für den Gaumen. Er ist regional verfügbar, ballaststoffreich und verdauungsfördernd. Zwar hat er einen hohen Oxalsäuregehalt und ist nicht roh verzehrbar, aber richtig zubereitet – etwa als Marmelade aus dem Brotbackautomat oder Saft (dafür ist er gut geeignet) – ist sein sauer-frischer Geschmack unverzichtbar für den Frühling.

























