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▷ Buchtipp: Die neuen Seuchen - David Quammen

▷ Buchtipp: Die neuen Seuchen - David Quammen

Die neuen Seuchen – Wissen statt fürchten


Die Aktualität dieses 2015 erschienenen Buches ist eklatant. Ohne zu dramatisieren oder Angst zu schüren, werfen wir einen objektiv wissenschaftlichen Blick auf Viren, Bakterien und andere Krankheitserreger. Dass die aktuelle Pandemie nicht die letzte sein wird, ist leider wissenschaftliche Realität.


Was die meisten neuen Seuchen gemeinsam haben


Was vereint Virus-Erkrankungen wie Aids, Malaria, Hepatitis, Ebola, SARS und Covid-19? Sie breiten sich enorm schnell aus und können für bestimmte Risikogruppen lebensgefährlich sein. Was die Seuchen unserer Zeit verbindet, nennt sich Zoonose. Zoonose bedeutet, dass Krankheitserreger von Tieren auf Menschen überspringen. Da es sich um für den menschlichen Organismus fremde Erreger handelt, besitzt der Körper keine Immunantwort. Obwohl die Krankheitsverläufe, abhängig von der Stärke des körpereigenen Immunsystems, unterschiedlich auftreten, sind sie aus einem Grund gefährlich für die Gesellschaft: Sie sind extrem ansteckend.


Wie kommt der Erreger vom Tier zum Menschen?


Im Grunde bevorzugen sowohl Viren als auch Bakterien eine bestimmte Tierart, auf die sie spezialisiert sind. Zumeist sind sie für das Tier selbst eher unproblematisch, denn würde ein Virus seinen Wirt oder gar eine gesamte Population töten, könnte es sich nicht weiter ausbreiten. Deshalb verändern sich Viren beständig, um immer neue Immunantworten ihrer Wirte zu umgehen und das eigene Fortkommen zu sichern. Bei BSE passierte die Zoonose durch den Konsum von verseuchtem Rindfleisch.


Je kleiner desto aggressiver


Wir kennen sechs Arten von Erregern, die durch Zoonose übertragen werden:

  • Viren
  • Bakterien
  • Pilze
  • Amöben
  • Würmer
  • Prionen

Ein Virus überlebt nur durch seinen Wirt. Erst einmal eingenistet, beginnt das Virus, sein Erbgut einzuschleusen und perfekte Kopien seiner selbst herstellen zu lassen. Das übernimmt das Erbgut der Wirtszelle, indem es das Erbgut abliest und vervielfältigt. Freigesetzt werden Viren durch das Absterben der Wirtszelle oder sie lassen sich auf anderem Wege hinaus schleusen (Auswurf durch Tröpfcheninfektion etwa).


Die Gefährlichkeit eines Virus wird durch sein Erbgut bestimmt


Anhand des Erbgutes lassen sich zwei Virusarten unterscheiden: Jene, die DNA zur Vermehrung benützen und solche, die sich der RNA bedienen. Die DNA (Desoxyribonukleinsäure) ist durch das Enzym Polymerase fähig, Fehler zu korrigieren. Befällt das Virus aber die einsträngige RNA (Ribonukleinsäure), wie etwa beim HI- oder Corona-Virus, werden Mutationen möglich.


Bakterien sind anders, aber nicht weniger gefährlich


Bakterien kennt die Medizin bereits seit dem 17. Jahrhundert. Dementsprechend erfolgreich ist ihre Bekämpfung durch Antibiotika und Penicillin. Da Antibiotika auch in der Tiermedizin eingesetzt werden, wurde in der Massentierhaltung dazu übergegangen, präventiv Antibiotika dem Futter beizumengen. Nachdem sich Bakterien permanent verändern, gibt es dementsprechend viele verschiedene Antibiotika. Da es einen zu großen Aufwand darstellen würde, einzelne Tiere auf Bakterienbefall zu testen, verfüttert man einfach allen alle Antibiotika. So gerät das Medikament in die Nahrungskette von Fleischessern und natürlich auch ins Abwasser. Das führt dazu, dass ein Großteil der nicht vegan oder vegetarisch lebenden Menschen bereits gegen viele Antibiotika immun ist. Die einzig schlüssige Antwort, die sich jeder Mensch selbst geben kann, scheint somit eindeutig erkennbar zu werden: Veganismus.


HIV – ein Retrovirus aus dem Affenreich


Vom Retrovirus HIV glaubt man, dass es vom Affen auf den Menschen übertragen wurde. Ein Retrovirus verwandelt sein RNA-Genom in DNA, sobald es in die Wirtszelle eingedrungen ist. Das Immunsystem wird direkt geschädigt und somit AIDS (Acquired Immune Deficiency Syndrome) ausgelöst. Man vermutet den Spillover, also die Übertragung von Tier auf Mensch, um 1908 in Kamerun, wo die Krankheit weitgehend isoliert blieb. Das änderte sich, als ein französischer Arzt begann, die Menschen gegen die Schlafkrankheit zu impfen. Seine nicht sterilen und mehrfach verwendeten Spritzen infizierten unzählige Menschen.


Ebola – das Virus aus der Mission


Bei Ebola vermutet man eine Übertragung von Fledermäusen auf Affen. Erstmals tauchte Ebola 1976 in einer katholischen Mission nahe des Ebola-Flusses (Kongo) auf. Es tötete über 100 Menschen, bevor es eingedämmt werden konnte. Allerdings gelang es dem Virus in anderen Spezies (vermutlich Schimpansen) zu überleben, was dazu führt, dass Ebola immer wieder auftaucht. Schimpansen sind vermutlich nur Verstärkerwirte, während Fledermäuse als Virusträger gelten.


Malaria – Parasiten aus dem Tierreich


Auch bei Malaria nimmt man an, dass die Krankheit ursprünglich vom Gorilla auf den Menschen übertragen wurde. Die Erreger sind einzellige Parasiten namens Plasmodien, von denen das Plasmodium falciparum als am aggressivsten gilt. Übertragen wird Malaria durch die Anophelesmücke, die dem Parasiten als Vektor dient, also als Überträgerin fungiert, ohne selbst zu erkranken.


Corona - das Virus SARS und seine Mutationen


Das Virus, das die Welt aktuell in Atem hält, ist ebenfalls schon lange bekannt. Das Virus, dessen Anatomie an eine Krone erinnert, brach unter dem Namen SARS im Jahr 2003 aus. Ein hustender Fluggast steckte zwischen Hongkong und Peking weitere Passagiere an, die das Virus in Peking verbreiteten. Da das Corona-Virus SARS keine ernsthaften Krankheiten auslöste, wurde die Ausforschung seines Ursprungs schwierig. Man verdächtigte die asiatische Schleichkatze und rottete sie beinahe aus. Erst als diese Maßnahme sich als nicht zielführend herausstellte, erkannte man, dass die Schleichkatze nur Verstärkerwirt war, während das Virus von wilden Fledermäusen ausging. Diese Vermutung besteht ebenfalls für das Corona-Virus Covid-19.


Virulent - in ihrer leichten Übertragbarkeit liegt die Gefahr der Viren


Zwischen den Begriffen „Virulenz“ und „Übertragbarkeit“ muss man klar unterscheiden. Unter Übertragbarkeit versteht man die Fähigkeit eine Virus, schnell von Wirt zu Wirt zu gelangen. Während Malaria über Vektoren reist, bedient sich das empfindliche HI-Virus beispielsweise der sexuellen Übertragung, während das robustere Corona-Virus durch die Luft übertragen wird.

Virulenz bezeichnet die Fähigkeit eines Virus, seinen Wirt schnell und schwer zu schädigen. Je virulenter, desto tödlicher. Allerdings ist es nicht im Sinne eines Virus, seinen Wirt zu töten, da es dadurch sein eigenes Fortbestehen gefährden würde. Der Erfolg eines Virus liegt also in der Ausgewogenheit zwischen Übertragbarkeit und Virulenz.


Der Kampf gegen Krankheitserreger geht weiter


Während SARS unter Kontrolle gebracht werden konnte, befasst die Pandemie durch Covid-19 den Globus. Doch was lernen wir Menschen aus den oben beschriebenen Mustern? Die einfachste Vorsorge lautet: Veganismus. Vegetarisch oder vegan zu leben und daher nicht mit eventuell verseuchtem Fleisch in Kontakt zu kommen, kann helfen, Krankheiten erst gar nicht ausbrechen zu lassen. Ein steigendes Bevölkerungswachstum und die daraus resultierende Schere zwischen Hunger und Überernährung führt zu einem verstärkten Krankheitsaufkommen.


Leben dicht an dicht - Pandemies Paradies


Je mehr Menschen auf engem Raum zusammenleben, desto leichter lassen sich Krankheitserreger übertragen. Das gilt natürlich auch für Nutztiere, die in den riesigen Ställen der Massentierhaltung ihr trauriges Dasein fristen und dabei Krankheitserregern einen idealen Nährboden bieten. Dagegen kämpft die Fleischindustrie mit Antibiotika, die aber leider in weiterer Folge den Menschen immun gegen das Medikament machen und seine Wirksamkeit eliminieren. Die Verbreitung über den Globus übernimmt der Mensch selbst, indem er Fleisch, inklusive der darin enthaltenen Probleme, in aller Herren Länder exportiert. Der globale Tourismus und die weltweite Geschäftstätigkeit transportieren zudem infizierte Menschen kreuz und quer über den Planeten - ein echtes Paradies für Pandemien.


Fazit


Was können wir tun, um uns zu schützen? Neben den gängigen Hygiene- und Schutzmaßnahmen wäre es hilfreich, unseren Lebenswandel zu überdenken. Müssen wir wirklich in die entferntesten Ecken der Welt reisen, nur weil es möglich ist?

Fleischkonsum ist stark zu hinterfragen und vor allem im Hinblick auf Massentierhaltung und Zoonose zu überdenken. Pflanzliche Ernährung, die auf regionaler und saisonaler Frische basiert, stärkt nicht nur das Immunsystem, sondern auch die heimische Landwirtschaft. Je mehr wir selbst produzieren, desto weniger sind wir dem Risiko eingeschleppter Krankheiten ausgesetzt. Gesunde Ernährung rettet Menschenleben.

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